Fermentierte Zimtschnecken - Wenn Sonntag nach Zuhause riecht
Samstagabend.
Draußen ist es schon dunkel, das Wochenende fühlt sich endlich nach Entschleunigung an. Auf dem Tisch steht eine Tasse Tee, irgendwo läuft leise Musik, und du hast plötzlich diesen Drang, etwas zu backen. Nichts Wildes, nichts Stressiges – etwas, das du in Ruhe zubereiten kannst, während der Alltag endlich Pause macht. Und was riecht mehr nach Geborgenheit als Zimt?
Ich nenne sie liebevoll meine „Slow Sunday Zimtschnecken“.
Weil sie genau das sind: ein kleines Wochenendritual zwischen Achtsamkeit und Genuss. Du bereitest sie ganz entspannt am Samstagabend vor – der Teig darf sich dann über Nacht entfalten, fermentieren, aufgehen, atmen. Und am Sonntagmorgen musst du nur noch: aufstehen, den Ofen anschalten, Kaffee machen und warten, bis der Duft durchs Haus zieht.
Kein Kneten mit müden Augen, kein Mehlchaos um sieben Uhr früh. Nur du, der Ofen und dieser warme Zimtduft, der langsam alle weckt. Freunde, Familie, Nachbarn.
Warum Fermentation dein Frühstück rettet
Fermentieren klingt kompliziert, oder?
Ist es aber nicht. Im Grunde bedeutet es nur: Zeit.
Der Teig bekommt die Chance, sich über Stunden zu entwickeln – statt in einer Stunde alles durchzuhetzen. Während du schläfst, arbeiten kleine Mikroorganismen fleißig an Struktur, Geschmack und Bekömmlichkeit. Und am nächsten Morgen bekommst du ein Gebäck, das nicht nur fluffig ist, sondern auch leichter verdaulich und natürlich aromatisch.
Das passiert dabei:
- Gluten wird teilweise abgebaut, was den Teig bekömmlicher macht.
- Natürliche Zucker werden umgewandelt, der Geschmack wird vollmundig und du brauchst weniger Süße.
- Der Teig bleibt länger frisch – du hast also auch Montag noch eine Schnecke, die nicht nach Pappe schmeckt.
- Und das Beste: Dein Haus riecht nach Zimt und Butter, nicht nach Stress und Fertigmix.
Klingt nach Einfache Gerichte Gesund, oder? 😉
Samstagabend – der Teig zieht ein
Du beginnst den Abend ganz gemütlich: Licht gedimmt, Musik an, Mehl raus.
Ich verspreche dir, allein der Anblick von weicher Butter, warmer Milch und Zimt bringt dich runter.
Du brauchst:
Für den Teig:
- 225 g Weizenmehl (Type 550)
- 200 g Brotmehl (Type 1050 (du kannst auch mit Dinkelmehl backen – funktioniert)
- 1 gute Prise Salz (vor allem, wenn du keine gesalzene Butter verwendest, darf’s ein wenig mehr sein)
- 75 g feinen Zucker
- 1 Päckchen Trockenhefe
- 230 ml Vollmilch
- 75 g Butter (am besten gesalzen – ist aber in Deutschland nicht so einfach zu bekommen- deshalb geht es auch mit ungesalzener Butter)
- 1 großes Ei, verquirlt
- 75 g aktiver Sauerteiglevain (der Star des Abends) – wenn du keinen eigenen hast, nimm den abgepackten aus dem Kühlregal in Bio Qualität
Für die Füllung:
- 85 g weiche Butter
- 75 g Demerara-Zucker oder Rohrzucker
- 4 TL Zimt
- Optional: 1 TL gemahlener Kardamom (macht’s skandinavisch fein)
Für das Topping am nächsten Morgen:
- 1 Ei, verquirlt
- 3 EL Demerara-Zucker zum Bestreuen
Du brauchst außerdem:
Eine runde Springform (26 cm Durchmesser), Backpapier, einen Teigschaber …und etwas Ruhe und Geduld.
Mein Tipp aus der Küche:
Eine runde Backform mit hohem Rand sorgt für fluffige Schnecken- zum Beispiel hier: https://amzn.to/3Xf2wWm.
Eine Teigkarte spart Nerven beim Portionieren , ich mag die aus Edelstahl mit nem nicht so kalten Griff 😉 https://amzn.to/3KcevRm.
Und wer’s perfekt will: Ein digitales Thermometer für die Milch, damit sie lauwarm bleibt, ist auch super wichtig, für Pralinen … https://amzn.to/44iUBuQ.
Und so geht’s – ganz in Ruhe
Während dein Tee zieht, mischst du Mehle, Salz, Zucker und Hefe in einer großen Schüssel.
Dann erwärmst du Milch und Butter bei kleiner Hitze, bis die Butter geschmolzen ist. Nicht kochen! Nur leicht warm, etwa handwarm.
Milchmischung, Ei und den aktiven Sauerteigansatz zu den trockenen Zutaten geben – und jetzt einfach mit dem Löffel oder der Hand verrühren, bis alles zu einem weichen Teig wird.
Kleiner Lifehack: Wenn du denkst, der Teig ist zu klebrig – perfekt. Das heißt, du bist auf dem richtigen Weg.
Knete ihn auf der Arbeitsfläche (oder mit der Maschine) etwa 8 Minuten, bis er weich, glatt und elastisch ist. Dann darf er für 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen.
In dieser Zeit kannst du gemütlich die Küche aufräumen, noch ein Glas Wein trinken oder einfach mal nix tun.
Die Füllung – der Zimt zieht ein
Für die Füllung rührst du weiche Butter, Zucker und Zimt cremig.
Wenn du magst, kommt noch ein Hauch Kardamom dazu. Es duftet schon so, dass du am liebsten direkt loslöffeln würdest.
Dann rollst du den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem Rechteck aus, etwa 45 x 20 cm, ungefähr 2 cm dick. Nicht zu dünn – wir wollen keine Papier-Schnecken.
Die Zimtbutter streichst du gleichmäßig darauf, von Kante zu Kante.
Jetzt kommt der schönste Moment:
Du rollst den Teig von der langen Seite her zu einer festen, gleichmäßigen Rolle.
Mit der Teigkarte schneidest du sie in neun etwa 5 cm dicke Stücke. Und ja, sie sehen schon jetzt fantastisch aus.
In die Form – und dann gute Nacht
Die Form fettest du leicht ein, legst Backpapier hinein und setzt die neun Schnecken hinein, eng beieinander, wie kleine Zimtschwestern. Im Moment sieht die Form noch recht leer aus, aber warte, der Platz wird gut gefüllt …
Dann deckst du alles mit Folie oder einem sauberen Geschirrtuch ab.
Jetzt darf der Teig über Nacht schlafen, naja, eigentlich „geht“ er.
Das ist der Fermentationsmoment! Während du dich im Bett einkuschelst, geht in deiner Küche die Magie weiter.
Die Mikroorganismen arbeiten leise, die Aromen entwickeln sich, und am nächsten Morgen hast du den schönsten Start in den Tag.
Sonntagmorgen – Kaffee, Zimt und dieser Duft
Es ist früh, aber du bist wach, weil… ja, da war ja was.
Du holst dir die Form und … ein erstes WOW, die Schnecken sind perfekt aufgegangen, weich, fast wackelig vor Stolz.
Jetzt den Ofen auf 160 °C Umluft (oder 180 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Während der Ofen warm wird, pinselst du die Schnecken mit verquirltem Ei ein und streust den Demerara-Zucker darüber.
Dann: Ab in den Ofen.
25 bis 35 Minuten später bist du offiziell der glücklichste Mensch der Welt.
Die Schnecken sind goldbraun, die Ränder karamellisiert, der Duft? Unbeschreiblich.
Und du? Du brauchst nur noch Kaffee und vielleicht ein bisschen Frischkäse-Glasur.
Kleines Extra – Glasur light
Wenn du’s willst, aber nicht übertreiben willst:
Rühr 80 g Frischkäse mit 1 TL Zitronensaft und 1 TL Ahornsirup glatt.
Diese Mischung, lauwarm über die noch warmen Schnecken gegeben – ein Traum. Nicht zu süß, aber himmlisch cremig.
Fermentiert heißt nicht kompliziert
Das Schöne: Du hast alles richtig gemacht, indem du nichts überstürzt hast.
Fermentieren ist das Gegenteil von Stress. …und gerade deswegen passt dieses Rezept so gut in unsere Welt, denn es entschleunigt, nährt und bleibt trotzdem Genuss pur.
Die Schnecken schmecken saftig, aromatisch, leicht nussig.
Sie sind süß, aber nicht zu süß.
Und sie halten tatsächlich länger frisch … falls sie das sollen.
Mit einem Löffel Joghurt oder frischen Beeren dazu ist das der Inbegriff von Einfache Gerichte Gesund: hausgemacht, langsam, echt.
Wenn du willst, dass das Wochenende länger dauert…
Mach’s wie ich:
Iss die ersten Teil der Schnecke pur, die zweite mit Frischkäse, und die dritte, während du dich fragst, ob es unhöflich ist, alle selbst zu behalten.
Spoiler: Nein, im Haus freuen sich wirklich alle wenn es die gibt, auch die, die sonst niiiiiiie süß frühstücken.
Also unbedingt teilen, deine Gäste werden dich lieben.
Sie werden dich fragen, was du anders gemacht hast. Und du kannst lächeln und sagen: „Ich hab einfach den Teig über Nacht schlafen lassen.“
Kurz und knackig (für dein Notizbuch)
Zubereitung in Kürze:
- Samstagabend:
- Mehl, Salz, Zucker, Hefe mischen
- Milch & Butter lauwarm, mit Ei & Levain vermengen
- Alles zu weichem Teig kneten
- 30 Minuten gehen lassen
- Füllung rühren, Teig 45 x 20 cm ausrollen
- Zimtbutter verstreichen, aufrollen, 9 Stück schneiden
- In Form setzen, abdecken, über Nacht ruhen lassen
- Sonntagmorgen:
- Ofen auf 160 °C Umluft vorheizen
- Mit Ei bestreichen, Zucker drauf
- 25–35 Min backen
Kurz abkühlen lassen, servieren und glücklich sein!
Fazit
Diese Zimtschnecken sind mehr als ein Rezept, sie sind (m)ein Ritual.
Sie erinnern dich daran, dass gutes Essen Zeit braucht, dass Warten manchmal das Beste ist, was du tun kannst.
Samstagabend formst du sie mit Liebe, Sonntagmorgen duftet dein Haus nach Geborgenheit.
Das ist kein Luxus, das ist Slow Life in Zimtform.
Und ja, sie sind süß, buttrig, weich… und dank der Fermentation auch gesünder, leichter und einfach ehrlicher als jedes Fertigteil.
Mach dir den Sonntag schön.
Mach ihn langsam.
Mach ihn lecker.
Und wenn dich jemand fragt, warum du so entspannt aussiehst, sag einfach:
„Ich backe fermentierte Zimtschnecken.“
Das glaubt mir keiner. 💛
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Dann hast du beides: schnell unter der Woche, langsam am Wochenende. Balance, mate.





