Grüner Spargel statt Zufall – unsere Gemüse-Quiche für den Osterbrunch

Inzwischen weißt du es schon … Ostern ist für mich kein Fest der Überraschungen.
Ich mag es lieber, wenn Dinge gedacht sind, bevor sie passieren.

Der Brunch entsteht deshalb nicht am Sonntagmorgen zwischen Kaffeemaschine und Zeitdruck,sondern am Samstag. Wenn der Tisch noch leer ist, der Kopf frei … und Backen etwas Ruhiges hat.

Nach den Karotten-Zitronen-Muffins gehört die Quiche zu den Gerichten, die diesen Gedanken tragen. Sie ist nicht spektakulär.  Aber sie hält den Tisch zusammen.

Der Teig darf warten

Die Quiche beginnt nicht mit dem Gemüse. Sie beginnt mit einem Teig, der nicht sofort gebraucht wird. Ich bereite ihn am Samstag zu, knete ihn ruhig zusammen, drücke ihn flach
und lege ihn in den Kühlschrank. Nicht, weil es schneller gehen muss. Sondern weil es langsamer werden darf.

Über Nacht wird er fester, gleichmäßiger, unkomplizierter. Am Sonntag muss ich ihn nur noch ausrollen, in die Form legen und mit leckerem Gemüse füllen.

So entsteht dieser Brunch: Nicht aus Improvisation, sondern aus Entscheidungen vom Vortag oder auch den Vorwochen.

Der Teig darf ruhen … und wir auch.

Warum grüner Spargel

Anfang April muss es nicht (mehr) Zucchini sein. Grüner Spargel bringt genau das mit, was dieser Brunch braucht:

Frische. Struktur. Und mit ganz viel Glück auch etwas Saisonales, ohne laut zu sein. Wichtig, wenn du keinen Spargel magst, dann ist die Zucchini die Alternative! Er ist aromatischer, klarer im Geschmack und macht die Quiche leichter, als sie aussieht.

Keine schwere Sahnefüllung. Kein weißer Teigboden, der müde macht. Sondern etwas, das satt macht, ohne zu beschweren.

Und genau deshalb passt sie auf diesen Brunch Tisch. Geht auch immer gut allein, mit nem leckeren Salat vorweg …

Rezept: Frühlingshafte Gemüse-Quiche mit grünem Spargel

Zutaten

(für eine 26 cm Tarte-Form)

Für den Boden
  • 180 g Dinkelvollkornmehl
  • 40 g gemahlene Mandeln (bei Nussallergie, nimm einfach 225 Mehl insgesamt)
  • 100 g kalte Butter oder 80 ml Olivenöl
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 2-3 EL kaltes Wasser (bei Bedarf auch vier)

     

Für die Gemüsefüllung
  • 200-250 g grüner Spargel
  • 1 rote Paprika
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Handvoll Spinat (oder wenn du magst auch frischen Bärlauchblätter)
  • 150 g Feta (optional)

     

Für die Eierfüllung
  • 3 Eier
  • 150 g Naturjoghurt (ich stehe auf Griechischen Vollfett – 10% Joghurt)
  • 50 ml Milch
  • Salz, Pfeffer
  • Muskat (zurückhaltend)

Abrieb einer halben Bio-Zitrone

... und so geht's

1. Der Teig (am besten am Samstag)

Mehl, Mandeln und Salz mischen.

Butter oder Öl mit den Handen einarbeiten. Ei zugeben und zügig verkneten. Falls nötig etwas Wasser ergänzen. 

Teig zu einer flachen Scheibe drücken, in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

2. Vorbereitung am Sonntag

Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig ausrollen oder direkt in die Form drücken.
Rand hochziehen, Boden mit einer Gabel einstechen.
Optional 10 Minuten blind vorbacken – das macht ihn stabiler.

3. Gemüse

Spargelenden abbrechen und den Spargel in 2-3 cm Stücke schneiden. Kurz in einer Pfanne mit etwas Olivenöl anrösten, das macht ihn noch aromatischer. Wenn du das nicht willst, kannst du diesen Teil auch weglassen.

Paprika waschen, entkernen und würfeln, Frühlingszwiebeln in Scheiben schneiden, Spinat waschen, gut abtropfen lassen und grob hacken.

Wichtig:  Gemüse nicht wässern lassen, sonst wird die Quiche weich statt saftig.

4. Eiermischung

Eier, Joghurt, Milch, Zitronenabrieb und Gewürze verrühren.

5. Zusammensetzen oder auch die Form füllen

Gemüse auf dem Boden verteilen. Feta darüber bröseln. Eiermischung gleichmäßig darübergeben. 

Ein paar Spargelspitzen oben sichtbar platzieren, das Auge isst ja auch mit.

6. Backen

35-40 Minuten bei 180 °C, bis die Mitte nicht mehr wackelt und die Oberfläche schön gebräunt ist. Kann warm oder kalt genossen werden.

Am Brunch-Tisch

Diese Quiche muss nicht heiß serviert werden. Sie schmeckt lauwarm oder bei Raumtemperatur genauso gut.

Und genau das macht sie so passend für diesen Osterbrunch: Sie ist vorbereitet. Sie drängt sich nicht auf.  Und sie funktioniert, ohne Aufmerksamkeit zu fordern.

Nicht alles auf dem Tisch muss glänzen. Manches darf einfach tragen.